»Douglas Is Cancelled«

»Douglas Is Cancelled«

Ich möchte Euch heute sehr einen Vierteiler (aktuell noch in der Arte-Mediathek) ans Herz legen, solltet Ihr nicht schon anderweitig darauf aufmerksam geworden sein: »Douglas Is Cancelled« von den Machern von »Sherlock«.

Ein sympathischer Nachrichtenmoderator (gespielt vom gewohnt knuddeligen Hugh Bonneville) wird auf Twitter beschuldigt, auf einer privaten Feier einen sexistischen Witz gemacht zu haben. Seine Karriere wird allerdings erst dadurch gefährdet, dass ausgerechnet seine Co-Moderatorin, die er bis dahin als eine enge Freundin betrachtet hat, diesen Tweet in ihrem riesigen Followerkreis teilt und ihn damit erst wirklich verbreitet.

Man darf sich nicht täuschen lassen: Das fängt wie eine ziemlich zweitklassige Comedyserie an, mit etwas trotteligen alten weißen Männern und einem zupackenden Producer, der retten will, was zu retten ist. Aber dann zeigt sich spätestens ab Folge 2, dass der brillante Drehbuchautor Steven Moffat ein unglaubliches Blatt auf der Hand hat. Und nach und nach legt er Karte für Karte auf den Tisch.

Ist halt alles ganz anders. Und was als Comedyserie begann, wird ein messerscharfes und ziemlich bedrückendes psychologisches Kammerspiel.

Ich wollte am Montag Abend als alter Sherlock- und Bonneville-Fan mal kurz reinschauen und musste dann den kompletten, insgesamt vielleicht zweieinhalbstündigen Vierteiler am Stück gucken, so einen Sog entwickelt die Geschichte und die Form, in der sie aufgeblättert wird.

Der Film insgesamt erzählt, ohne jetzt spoilern zu wollen, wunderbar eindrücklich die Geschichte eines Opfers, seiner Befreiung aus der Hilflosigkeit, die Geschichte seiner Selbstermächtigung. Und weil mich das so beeindruckt hat und immer noch nachdrücklich beschäftigt, möchte ich Euch diesen Film sehr empfehlen.